Ernährungsmanagement im Profisport
Ernährung ist im Profisport ein wichtiger Bestandteil von Leistungsfähigkeit, Regeneration und langfristiger Gesundheit.
Doch eines hat Johannes in vielen Jahren im Umfeld von Spitzensportlern immer wieder erlebt:
Es gibt nicht den einen Ernährungsplan, der für jeden Menschen gleichermaßen funktioniert.
Sportart, Trainingsumfang, Stoffwechsel, Körperzusammensetzung, individuelle Verträglichkeit, Wettkampfphase und persönliche Zielsetzung können erheblich beeinflussen, welche Ernährungsstrategie für einen Athleten sinnvoll ist.
Gerade bei außergewöhnlichen Spitzensportlern hat Johannes erlebt, wie individuell Ernährung geplant, beobachtet, getestet und immer wieder angepasst wird.
Warum ist Ernährung im Profisport so wichtig?
1. Energie und Leistungsfähigkeit
Training und Wettkampf stellen hohe Anforderungen an den Körper.
Kohlenhydrate, Fette und Proteine übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben. Welche Energiequellen in welchem Umfang genutzt werden, hängt unter anderem von Intensität, Dauer und Art der Belastung sowie vom individuellen Stoffwechsel ab.
Proteine sind insbesondere für Aufbau und Erhalt von Muskelmasse von Bedeutung.
2. Regeneration
Nach intensiven Belastungen benötigt der Körper Zeit und entsprechende Nährstoffe für seine Regenerationsprozesse.
Dabei spielen unter anderem eine ausreichende Energie- und Proteinversorgung sowie – abhängig von Trainingsart und Zielsetzung – das Wiederauffüllen der Glykogenspeicher eine Rolle.
Auch Omega-3-Fettsäuren und andere Nahrungsbestandteile werden im Zusammenhang mit sportlicher Belastung und Regeneration wissenschaftlich untersucht.
Für uns ist wichtig:
Regeneration entsteht nicht durch einen einzelnen Nährstoff, sondern durch das Zusammenspiel vieler Faktoren.
3. Knochen, Muskeln und körperliche Belastbarkeit
Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Protein, Vitaminen und Mineralstoffen ist gerade bei hoher körperlicher Belastung wichtig.
Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und – abhängig von Belastungsdauer und Schweißverlust – die Versorgung mit Elektrolyten spielen im Sport eine wesentliche Rolle.
Ernährung kann dabei einen Beitrag leisten, körperliche Funktionen zu unterstützen. Sie kann Verletzungen jedoch nicht grundsätzlich verhindern.
4. Konzentration und mentale Leistungsfähigkeit
Auch das Gehirn benötigt Energie und Nährstoffe.
Deshalb betrachten wir Ernährung im Spitzensport nicht isoliert als „Muskelthema“. Konzentration, Wahrnehmung, Entscheidungsfähigkeit, Schlaf, Stress und Regeneration gehören für uns ebenfalls zum Gesamtbild.
5. Körperzusammensetzung und individuelle Ziele
Je nach Sportart können sehr unterschiedliche körperliche Voraussetzungen gefragt sein.
Bei einem Ausdauerathleten können andere Anforderungen bestehen als bei einem Fußballspieler, Gewichtheber oder Kampfsportler.
Deshalb können Ernährungsstrategien individuell an Trainings- und Wettkampfphasen sowie an die persönlichen Voraussetzungen des jeweiligen Athleten angepasst werden.
Makronährstoffe – mehr als nur Kalorien
Zu einer vielseitigen Ernährung können unterschiedliche Lebensmittel gehören:
Gemüse, Obst und andere pflanzliche Lebensmittel
Nüsse und Samen
Proteinquellen unterschiedlicher Herkunft
Fisch und andere Lebensmittel mit wertvollen Fettsäuren
unterschiedliche Fettquellen
ballaststoffreiche Lebensmittel
Kohlenhydrate, Proteine und Fette haben unterschiedliche Funktionen.
Dabei interessiert uns besonders, wie unterschiedlich Menschen auf verschiedene Zusammensetzungen ihrer Ernährung reagieren können.
Low Carb, Ketose und Spitzensport
Johannes hat im Laufe seiner langjährigen Begegnungen mit Spitzensportlern auch außergewöhnliche Athleten kennengelernt, die ihre Ernährung sehr kohlenhydratarm gestalten, industriell stark verarbeitete Kohlenhydratquellen und zugesetzten Zucker weitgehend vermeiden und einen großen Teil ihrer Energie über ausgewählte Fettquellen aufnehmen.
Einige arbeiten dabei zeitweise oder längerfristig mit Low-Carb- oder ketogenen Ernährungsstrategien.
Diese Erfahrungen finden wir ausgesprochen spannend.
Sie bedeuten jedoch nicht, dass eine ketogene Ernährung automatisch die optimale Ernährung für jeden Profisportler ist.
Je nach Sportart, Trainingsphase und Belastungsform können Kohlenhydrate eine wichtige Energiequelle darstellen.
Die spannende Frage lautet deshalb für uns nicht einfach:
Kohlenhydrate oder Fett?
Sondern:
Welche Strategie passt zu welchem Menschen, zu welcher Belastung und zu welchem Ziel?
Was Johannes bei außergewöhnlichen Spitzensportlern beobachtet hat
Johannes durfte über viele Jahre Erfahrungen und Wissen aus einem außergewöhnlichen Umfeld mitnehmen.
Im Austausch mit Ärzten, Wissenschaftlern sowie Fachleuten aus Bereichen wie Psycho-Neuro-Immunologie, Salutogenese und Orthomolekularmedizin und natürlich mit den Athleten selbst lernte er unterschiedliche Ernährungs- und Analysekonzepte kennen, die teilweise weit über allgemeine Ernährungsempfehlungen hinausgehen.
Besonders nachdenklich gemacht haben ihn dabei Erfahrungen rund um Getreide und glutenhaltige Lebensmittel.
Bei einzelnen außergewöhnlichen Spitzensportlern wurde nach seinen persönlichen Erfahrungen sehr genau beobachtet und getestet, wie sich unterschiedliche Lebensmittel und Ernährungsformen auf individuelle Leistungsparameter auswirken.
Dabei hat Johannes erlebt, dass bei manchen dieser Athleten glutenhaltige Lebensmittel konsequent aus der Ernährung genommen wurden, weil sich dies in den dort verwendeten individuellen Test- und Leistungskonzepten als vorteilhaft erwiesen hatte.
Für einige dieser Athleten war Gluten deshalb tatsächlich ein No-Go.
Das finden wir bemerkenswert.
Gleichzeitig wäre es zu weitgehend, daraus abzuleiten:
„Gluten vermindert grundsätzlich die Leistungsfähigkeit eines Sportlers.“
Die bisherige wissenschaftliche Studienlage zeigt einen solchen generellen Leistungsvorteil einer glutenfreien Ernährung bei Sportlern ohne Zöliakie nicht.
Und genau hier beginnt für uns eine interessante Frage:
Warum können Erfahrungen aus der individuellen Betreuung einzelner Hochleistungssportler und Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen manchmal unterschiedlich erscheinen?
Für uns ist das kein Grund, eine Seite vorschnell für falsch zu erklären.
Es ist ein Grund, genauer hinzusehen.
Hat sich unser Getreide verändert?
Auch diese Frage beschäftigt uns.
Getreidezüchtung, Anbau, Verarbeitung und die Herstellung von Brot haben sich über die Jahrzehnte verändert.
Die häufig geäußerte Vermutung, moderner Weizen enthalte grundsätzlich mehr Gluten als alte Weizensorten, lässt sich wissenschaftlich allerdings nicht so einfach bestätigen. Untersuchungen zeigen ein wesentlich komplexeres Bild.
Das bedeutet aber nicht, dass damit jede Frage rund um moderne und traditionelle Getreidesorten beantwortet wäre.
Untersucht werden beispielsweise Unterschiede in Zusammensetzung, Proteinen und weiteren Getreidebestandteilen.
Für uns ist deshalb die einfache Einteilung
„alter Weizen gut – moderner Weizen schlecht“
zu kurz gegriffen.
Viel interessanter ist die Frage, was sich vom Saatgut über Anbau und Verarbeitung bis zum fertigen Lebensmittel verändert hat.
Und was ist mit unserem Brot von früher?
Hier finden wir einen weiteren Aspekt besonders spannend:
Fermentation braucht Zeit.
Bei traditioneller Sauerteigführung arbeiten Mikroorganismen über viele Stunden am Teig. Dabei verändern sich unterschiedliche Bestandteile des Getreides.
Auch Glutenproteine können während einer Sauerteigfermentation teilweise abgebaut werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass gewöhnliches Sauerteigbrot dadurch automatisch glutenfrei wird. Für Menschen mit Zöliakie ist diese Unterscheidung besonders wichtig.
Trotzdem finden wir die Frage spannend:
Welchen Unterschied macht es, ob ein Lebensmittel Zeit zur natürlichen Fermentation bekommt oder möglichst schnell industriell hergestellt wird?
Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur fragen:
„Ist Getreide gesund oder ungesund?“
Sondern viel genauer:
Welche Getreidesorte?
Wie wurde sie angebaut?
Wie wurde sie verarbeitet?
Wie lange durfte der Teig fermentieren?
Was isst der Mensch insgesamt?
Und vor allem: Wie reagiert der einzelne Mensch darauf?
Genau diese differenzierte Betrachtung finden wir spannender als pauschale Ernährungsregeln.
Mahlzeitenabstände und Timing
Auch beim Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme hat Johannes im Spitzensport sehr unterschiedliche Strategien kennengelernt.
Bei manchen Athleten wurden bewusst längere Abstände zwischen den Mahlzeiten eingehalten. Ebenso wurde teilweise darauf geachtet, vor Training oder Wettkampf über einen bestimmten Zeitraum keine größere Mahlzeit mehr aufzunehmen.
Andere Athleten verfolgen wiederum andere Strategien.
Deshalb möchten wir auch hier aus persönlichen Erfahrungen keine allgemeingültige „Fünf-Stunden-Regel“ machen.
Interessanter finden wir die Frage, wie Nahrungsmenge, Zusammensetzung und Zeitpunkt individuell mit Training, Verdauung, Energieversorgung und Leistungsfähigkeit zusammenspielen.
Mikronährstoffe und Supplementierung
Auch Eisen, Vitamin D, Calcium, Magnesium und zahlreiche weitere Mikronährstoffe erfüllen wichtige Funktionen im menschlichen Körper.
Eine Supplementierung sollte jedoch nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“ erfolgen.
Insbesondere im professionellen Sport können individuelle Ernährungsanalysen, medizinische Untersuchungen und – wo fachlich angezeigt – geeignete Laborparameter helfen, die Versorgung differenzierter zu beurteilen.
Bei einem festgestellten Mangel kann anschließend gezielt und fachlich begleitet reagiert werden.
Messen, beobachten, verstehen 🔬
Im Spitzensport werden unterschiedlichste Untersuchungs- und Analyseverfahren eingesetzt.
Johannes hat dabei auch Verfahren kennengelernt, die über übliche Routineparameter hinausgehen.
Für uns ist gerade dieser Bereich besonders interessant:
Was können wir tatsächlich messen?
Was sagt ein Messwert aus?
Wie gut ist die Methode wissenschaftlich validiert?
Und welche Schlussfolgerungen dürfen wir daraus ziehen?
Nicht jedes angebotene Analyseverfahren ist automatisch ein medizinisch anerkanntes diagnostisches Verfahren.
Deshalb unterscheiden wir bewusst zwischen etablierten medizinischen Untersuchungen, wissenschaftlichen Forschungsansätzen und ergänzenden Analyseverfahren.
Wasser und Elektrolyte
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist im Sport von großer Bedeutung. Bei längeren oder intensiven Belastungen können auch Elektrolyte eine wichtige Rolle spielen.
Mit unterschiedlichen Eigenschaften und Strukturen von Wasser beschäftigen wir uns ebenfalls im Rahmen unserer Forschungs- und Bildungstätigkeit.
Auch hier möchten wir Beobachtungen und unterschiedliche Ansätze kennenlernen, ohne daraus vorschnell allgemeingültige Wirkversprechen abzuleiten.
Erfahrung darf Fragen stellen
Johannes’ Erfahrungen aus dem Spitzensport ersetzen keine wissenschaftlichen Studien.
Aber Erfahrung und Beobachtung dürfen Fragen aufwerfen.
Gerade darin sehen wir einen wichtigen Ausgangspunkt für Forschung.
Erfahrung kann eine Frage entstehen lassen.
Messungen können Hinweise geben.
Wissenschaft kann Zusammenhänge systematisch untersuchen.
Und manchmal entstehen gerade dort die interessantesten Forschungsfragen, wo persönliche Beobachtungen und der derzeitige Stand der Wissenschaft noch nicht vollständig dasselbe Bild ergeben.
Unser Ansatz bei NaturaSubtilitas
Wir möchten keine universelle „Sportlerdiät“ verkünden.
Uns interessieren vielmehr Erfahrungen aus dem Spitzensport, wissenschaftliche Erkenntnisse und die Frage, warum unterschiedliche Menschen auf Ernährungsstrategien unterschiedlich reagieren können.
Deshalb möchten wir:
beobachten – messen – hinterfragen – vergleichen – Wissen weitergeben.
Denn gerade Johannes’ Erfahrungen mit außergewöhnlichen Athleten und den Menschen, die sie begleiten, haben uns eines gelehrt:
Was für einen Menschen hervorragend funktioniert, muss nicht automatisch für den nächsten Menschen das Richtige sein.
Und genau deshalb finden wir individuelles Ernährungsmanagement so faszinierend.
Nicht vorschnell glauben.
Nicht vorschnell verwerfen.
Hinschauen. Fragen stellen. Weiterlernen.
Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Wissensvermittlung und stellt keine individuelle medizinische, ernährungsmedizinische oder ernährungstherapeutische Beratung dar.
Insbesondere bei Erkrankungen, Zöliakie, Leistungssport, einer grundlegenden Ernährungsumstellung oder der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte eine individuelle Betreuung durch entsprechend qualifizierte und befugte Fachpersonen erfolgen.
