Komplementärmedizin, Schulmedizin & unterschiedliche Therapieverfahren

Muss es immer ein Entweder-oder sein?

Gerade im Profisport begegnen sich unterschiedliche medizinische und therapeutische Welten.

Auf der einen Seite stehen moderne Medizin, Sportmedizin, Orthopädie, Unfallchirurgie und Physiotherapie. Auf der anderen Seite interessieren sich viele Menschen auch für komplementäre Ansätze wie Traditionelle Chinesische Medizin, Akupunktur, Osteopathie, Ernährungsmedizin, Pflanzenkunde, Meditation oder andere Verfahren.

Für uns stellt sich dabei nicht in erster Linie die Frage:

Schulmedizin oder Komplementärmedizin?

Viel interessanter finden wir:

Was kann die jeweilige Methode leisten, wo liegen ihre Grenzen und wann können unterschiedliche Fachrichtungen sinnvoll zusammenwirken?

Der Profisport stellt besondere Anforderungen

Ein Profisportler verlangt seinem Körper über viele Jahre Außergewöhnliches ab.

Training, Wettkämpfe, Reisen, Leistungsdruck und Verletzungen stellen körperlich und mental hohe Anforderungen.

Johannes hat in seinem langjährigen Umfeld im Profisport erlebt, dass bei manchen Athleten deshalb nicht nur klassische sportmedizinische und physiotherapeutische Verfahren eine Rolle spielen.

Je nach persönlichem Umfeld und Betreuungskonzept begegnete er auch komplementären Ansätzen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin
  • Osteopathie
  • unterschiedliche manuelle Verfahren
  • Ernährungsmedizin
  • orthomolekularmedizinische Ansätze
  • Psycho-Neuro-Immunologie
  • Atem- und Entspannungsverfahren
  • Meditation und Achtsamkeit
  • Pflanzenkunde und traditionelle Anwendungen
  • sowie weitere komplementäre Verfahren

Dabei ist uns eine Unterscheidung besonders wichtig:

Nicht alle diese Verfahren sind wissenschaftlich gleich gut untersucht und nicht für alle werden Wirksamkeit und Nutzen gleichermaßen durch hochwertige klinische Studien gestützt.

Komplementär bedeutet für uns deshalb nicht automatisch „wirksam“ – genauso wenig bedeutet „noch nicht ausreichend untersucht“ automatisch „wertlos“.

Es bedeutet zunächst:

genauer hinschauen.

Verletzung und Rehabilitation

Wenn sich ein Profisportler schwer verletzt, gehören Diagnose und medizinische Behandlung in die Hände entsprechend qualifizierter und befugter Fachpersonen.

Sportmediziner, Orthopäden, Unfallchirurgen, Physiotherapeuten und weitere Spezialisten können dabei je nach Verletzung wichtige Aufgaben übernehmen.

Johannes hat gerade bei verletzten Fußballern und Skifahrern erlebt, wie entscheidend ein kompetentes Netzwerk sein kann.

Dabei geht es nicht nur um die Frage:

„Wie schnell kann der Athlet wieder spielen?“

Mindestens genauso wichtig ist:

„Wann ist sein Körper tatsächlich wieder bereit dafür?“

Denn eine möglichst schnelle Rückkehr und eine verantwortungsvolle Rückkehr sind nicht zwangsläufig dasselbe.

Und wo kommt die Komplementärmedizin ins Spiel?

Manche Athleten interessieren sich ergänzend für weitere Verfahren.

Ein Beispiel ist die Akupunktur, die wissenschaftlich für verschiedene Schmerzindikationen untersucht wurde. Auch andere komplementäre Methoden sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, allerdings mit sehr unterschiedlicher Evidenz.

Andere Ansätze stammen aus traditionellen Medizinsystemen und beruhen teilweise auf Vorstellungen, die sich nicht unmittelbar mit den Erklärungsmodellen der modernen Medizin gleichsetzen lassen.

Ein Beispiel dafür ist das Konzept des Qi und seiner Leitbahnen in der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Wir finden es wichtig, solche Unterschiede nicht zu verschleiern.

Man kann sich mit einem traditionellen Medizinsystem beschäftigen, ohne jede seiner Vorstellungen automatisch als naturwissenschaftlich bewiesene Tatsache darzustellen.

Körper und Psyche gehören zusammen

Ein weiterer Bereich interessiert uns besonders:

Wie beeinflussen sich körperliche und psychische Prozesse gegenseitig?

Stress, Schlaf, emotionale Belastung, Ernährung, körperliche Aktivität und soziale Faktoren können miteinander in Beziehung stehen.

Auch die Psycho-Neuro-Immunologie beschäftigt sich wissenschaftlich mit Wechselwirkungen zwischen psychischen Prozessen, Nervensystem und Immunsystem.

Gerade im Spitzensport ist diese ganzheitlichere Betrachtung für uns spannend.

Ein verletzter Athlet hat schließlich nicht nur ein verletztes Knie.

Vielleicht hat er gleichzeitig Angst um seinen Vertrag.
Vielleicht verpasst er einen entscheidenden Wettkampf.
Vielleicht verliert er seine Position im Team.
Vielleicht zweifelt er plötzlich an sich selbst.

Der Mensch besteht nicht aus einzelnen Ersatzteilen.

Und genau deshalb lohnt es sich, ihn auch als Ganzes wahrzunehmen.

Naturstoffe und Pflanzen

Auch Pflanzen und traditionelle Pflanzenanwendungen spielen in verschiedenen komplementären Ansätzen eine Rolle.

Substanzen aus Pflanzen wie beispielsweise Rhodiola oder Ashwagandha werden wissenschaftlich untersucht und gleichzeitig seit langer Zeit in traditionellen Anwendungen verwendet.

Aber auch „natürlich“ bedeutet nicht automatisch:

für jeden geeignet, nebenwirkungsfrei oder mit jedem Medikament kombinierbar.

Gerade im Profisport kommt noch ein weiterer wichtiger Punkt hinzu: Athleten müssen bei Nahrungsergänzungsmitteln und Präparaten besonders auf Inhaltsstoffe, Qualität und die jeweils geltenden Anti-Doping-Bestimmungen achten.

Homöopathie – ein gutes Beispiel für unterschiedliche Sichtweisen

Auch Homöopathie begegnet uns im Bereich komplementärer Verfahren.

Viele Menschen berichten von persönlichen positiven Erfahrungen damit.

Gleichzeitig lässt sich eine spezifische Wirksamkeit homöopathischer Präparate über Placeboeffekte hinaus nach dem gegenwärtigen Stand der evidenzbasierten Medizin nicht überzeugend nachweisen.

Beides darf man benennen: persönliche Erfahrung und wissenschaftliche Evidenz sind nicht dasselbe.

Gerade diese Unterscheidung ist für uns wichtig.

Erfahrung aus dem Profisport

Johannes hat im Laufe vieler Jahre ein Netzwerk unterschiedlichster Menschen aus dem Profisport und seinem medizinischen und therapeutischen Umfeld kennengelernt.

Dazu gehören Erfahrungen und Begegnungen mit Ärzten, Sportmedizinern, Orthopäden, Unfallchirurgen, Physiotherapeuten, Therapeuten und Fachleuten unterschiedlicher Richtungen.

Besonders häufig hat er dabei Erfahrungen rund um Fußballer und Skifahrer gesammelt – auch in Situationen, in denen Verletzungen plötzlich die gesamte sportliche Zukunft eines Menschen infrage stellen können.

Aus solchen Begegnungen ist für uns eine wichtige Erkenntnis entstanden:

Niemand muss alles können.

Entscheidend kann vielmehr sein, die eigenen Grenzen zu kennen und im richtigen Moment einen Menschen mit der entsprechenden fachlichen Kompetenz hinzuzuziehen.

Schulmedizin gegen Komplementärmedizin?

Diesen Kampf möchten wir gar nicht führen. ❤️

Wenn nach einem schweren Unfall ein hervorragender Unfallchirurg gebraucht wird, möchten wir einen hervorragenden Unfallchirurgen.

Wenn eine physiotherapeutische Rehabilitation erforderlich ist, braucht es entsprechende Fachkompetenz.

Und wenn sich Menschen darüber hinaus für komplementäre Perspektiven interessieren, dürfen auch diese betrachtet und wissenschaftlich hinterfragt werden.

Für uns bedeutet ganzheitliches Denken deshalb nicht:

„Alternative statt Medizin.“

Sondern vielmehr:

den Menschen als Ganzes betrachten und gleichzeitig die Grenzen der jeweiligen Methode respektieren.

Unser Interesse bei NaturaSubtilitas

Im Rahmen unserer Forschungs- und Bildungstätigkeit interessieren uns unterschiedliche medizinische, therapeutische und traditionelle Perspektiven auf Gesundheit, Regeneration und Lebensweise.

Wir möchten Erfahrungen kennenlernen, wissenschaftliche Erkenntnisse betrachten, traditionelle Wissenssysteme verstehen und Unterschiede sichtbar machen.

Dabei dürfen auch Fragen offenbleiben.

Denn Forschung bedeutet für uns nicht, bereits vorher zu wissen, welches Ergebnis herauskommen muss.

Erfahrung darf Fragen stellen.
Wissenschaft darf überprüfen.
Tradition darf Wissen bewahren.
Und unterschiedliche Perspektiven dürfen miteinander ins Gespräch kommen.

Im Mittelpunkt sollte dabei immer eines bleiben:

der Mensch. ❤️

Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Wissensvermittlung im Rahmen der Forschungs- und Bildungstätigkeit von NaturaSubtilitas.

Er stellt keine medizinische Diagnose, Behandlung oder individuelle Therapieempfehlung dar. Medizinische und therapeutische Leistungen erfolgen ausschließlich durch entsprechend qualifizierte und befugte Fachpersonen.

Komplementäre Verfahren sollten insbesondere bei ernsthaften oder akuten Erkrankungen und Verletzungen eine erforderliche medizinische Diagnostik oder Behandlung nicht ersetzen.

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